Mysterien
Antike Mysterienkulte waren anders als moderne, neuheidnische Mysterienreligionen, bei denen viel Tamtam um das Mysteriöse gemacht wird. Meist so viel, dass selbst Interessenten im Unklaren gelassen werden, was sie eventuell erwartet. Wegen der Spiritualität und so, wahrscheinlich. Vermutlich muss man erst eingeweiht sein, um diese zu verstehen.
Es kann natürlich auch etwas damit zu tun haben, dass viel Wert auf individuelle Erfahrungen gelegt wird, und auch hier war in der Antike vieles anders: was zählte, war die Gemeinschaft.
Antike Mysterienkulte erscheinen nach aussen zumeist als lustige Karnevalsgesellschaften, mit viel Feiern und so, und gar nicht mysteriös, geheimnisvoll. Und für viele Leute war es vermutlich auch nicht mehr.
Bei genauerer Betrachtung der verwendeten Symbolsprache kommt man allerdings dahinter, dass es eigentlich um Werden und Vergehen geht. Die Symbole werden aus der Natur entlehnt, zB Weinstöcke und dergleichen, die sich ja im Normalfall selbst erneuert.
Das als Erlösungsreligion zu bezeichnen (wie vielfach von der Wissenschaft so getan), wirkt ein bisschen weit hergeholt - wenn die "Erlösung" anscheinend darin besteht, zu akzeptieren, dass man in dieser Existenz vergeht, aber Teil hat am Kreislauf des Lebens. Macht irgendwie nur für Menschen Sinn, die sich mit dem Gedanken, nach ihrem Tod je nach Lebensverdiensten belohnt oder bestraft zu werden, nicht anfreunden können, sondern lieber in einem diffusen Etwas aufgehen wollen - so wie der Körper zerlegt und wieder verwendet wird, so auch der Geist. Das waren vermutlich auch jene Leute, die ihren Lebenssinn im Leben in der und für die Gemeinschaft gesehen haben.
Offenbar ist das dann irgendwann unmodern geworden, und man wandte sich der christlichen Versprechung einer Auferstehung des Fleisches zu, weil das handfester klingt. Und das lasse ich kommentarlos so stehen.
Der Gedanke mit dem Lebenskreislauf passt auch nicht so recht in das allgemeine Bild von Reinkarnation als Wiederkehr (des Einzelnen), um etwas zu lernen, was man im vorigen Leben versäumt hat. Denn man kommt ja eigentlich nicht wieder, sondern wird recycelt. Komplett, nicht nur der Körper. Also kann man nicht von Wiederkehr sprechen, ebensowenig wie man bei einer Weintraube von Wiederkehr sprechen kann, denn es wächst zwar im nächsten Jahr wieder eine nach, wo eine abgeschnitten wurde, aber die ist garantiert nicht die selbe.
Somit ist der andere Gedanke: die Traube stirbt, um als Wein wieder zu kehren, doch im nächsten Jahr entsteht eine andere Traube... das Ende des reinkarnativen Individualismus (und auch einiger anderer Leben-nach-dem-Tod-Ideen). Mir persönlich gefällt dieser Gedanke jedenfalls mehr als alle anderen.
Es kann natürlich auch etwas damit zu tun haben, dass viel Wert auf individuelle Erfahrungen gelegt wird, und auch hier war in der Antike vieles anders: was zählte, war die Gemeinschaft.
Antike Mysterienkulte erscheinen nach aussen zumeist als lustige Karnevalsgesellschaften, mit viel Feiern und so, und gar nicht mysteriös, geheimnisvoll. Und für viele Leute war es vermutlich auch nicht mehr.
Bei genauerer Betrachtung der verwendeten Symbolsprache kommt man allerdings dahinter, dass es eigentlich um Werden und Vergehen geht. Die Symbole werden aus der Natur entlehnt, zB Weinstöcke und dergleichen, die sich ja im Normalfall selbst erneuert.
Das als Erlösungsreligion zu bezeichnen (wie vielfach von der Wissenschaft so getan), wirkt ein bisschen weit hergeholt - wenn die "Erlösung" anscheinend darin besteht, zu akzeptieren, dass man in dieser Existenz vergeht, aber Teil hat am Kreislauf des Lebens. Macht irgendwie nur für Menschen Sinn, die sich mit dem Gedanken, nach ihrem Tod je nach Lebensverdiensten belohnt oder bestraft zu werden, nicht anfreunden können, sondern lieber in einem diffusen Etwas aufgehen wollen - so wie der Körper zerlegt und wieder verwendet wird, so auch der Geist. Das waren vermutlich auch jene Leute, die ihren Lebenssinn im Leben in der und für die Gemeinschaft gesehen haben.
Offenbar ist das dann irgendwann unmodern geworden, und man wandte sich der christlichen Versprechung einer Auferstehung des Fleisches zu, weil das handfester klingt. Und das lasse ich kommentarlos so stehen.
Der Gedanke mit dem Lebenskreislauf passt auch nicht so recht in das allgemeine Bild von Reinkarnation als Wiederkehr (des Einzelnen), um etwas zu lernen, was man im vorigen Leben versäumt hat. Denn man kommt ja eigentlich nicht wieder, sondern wird recycelt. Komplett, nicht nur der Körper. Also kann man nicht von Wiederkehr sprechen, ebensowenig wie man bei einer Weintraube von Wiederkehr sprechen kann, denn es wächst zwar im nächsten Jahr wieder eine nach, wo eine abgeschnitten wurde, aber die ist garantiert nicht die selbe.
Somit ist der andere Gedanke: die Traube stirbt, um als Wein wieder zu kehren, doch im nächsten Jahr entsteht eine andere Traube... das Ende des reinkarnativen Individualismus (und auch einiger anderer Leben-nach-dem-Tod-Ideen). Mir persönlich gefällt dieser Gedanke jedenfalls mehr als alle anderen.
akesios - 21. Mai, 19:23
