Dionysos ist anders
"Dionysos ist oft als der Gott des Nicht-Alltäglichen und manchmal sogar des Ganz-Anderen aufgefaßt worden. Wenn er zu den Menschen kam, dann kam er aus einer anderen Welt" (Merkelbach §84).
Wer ist dieser Gott aus einer anderen Welt?
Dionysos ist ein Gott des Widersprüchlichen: er wurde nicht nur einmal geboren, sondern zweimal: einmal von seiner Mutter Semele und danach aus dem Schenkel seines Vaters Zeus.
Er ist ein Gott der Natur, aber nicht wie Artemis, die als ursprüngliche Jägerin durch die Wälder streift, sondern als einer, der die Natur zu zähmen weiss, indem er sie kultiviert. Somit ist er auch der Gott des bäuerlichen Lebens, aber nicht als braver Bauer, der sich im Schweiß seines Angesichts abmüht, sondern als jener, der die Früchte des Weinstocks und der menschlichen Arbeit zu genießen weiß.
Und was soll diese "andere Welt" bedeuten?
Die Verehrung des Dionysos führt in eine Welt, die nicht die unsere ist, die Welt des normalen Alltags, Beruf und Familie, Arbeit und Sorge, Sinn und Wert. Aber auch nicht in eine jenseitige Welt, in ein versprochenes Leben nach dem Tod, in dem alles besser wird. Auch nicht in ein vom Diesseits abgehobenes Dasein in geistigen Welten durch spezielle Übungen. Sondern schlicht un einfach in eine Welt, in der man sich gehen lassen kann, in der keine Gesetze und sozialen Normen den Menschen beschränken – in eine Welt des Karnevals, der Verkleidung, des hemmungslosen Feierns, Lustigseins, jenseits sozialer Rollen und Verengungen. Doch seine Feste sind nicht alltäglich, sondern ein gezieltes und geplantes Ausbrechen aus dem Alltag für wenige Tage oder Stunden, gerade lange genug, um Aufgestautes abzubauen, bevor sich die psychischen Schutzmechanismen wie Verdrängung oder gar psychische Krankheiten wie Depressionen im Individuum ausbreiten konnten.
Diese andere Welt ist ein Blick zurück in das goldene Zeitalter, in dem "die Welt noch in Ordnung war", ein Blick in eine sorgenfreie Welt, wie sie sich jeder manchmal wünscht, und dessen kurzzeitige Realisierung in dieser Welt machte sich Raum in den dionysischen Festen.
Wer ist dieser Gott aus einer anderen Welt?
Dionysos ist ein Gott des Widersprüchlichen: er wurde nicht nur einmal geboren, sondern zweimal: einmal von seiner Mutter Semele und danach aus dem Schenkel seines Vaters Zeus.
Er ist ein Gott der Natur, aber nicht wie Artemis, die als ursprüngliche Jägerin durch die Wälder streift, sondern als einer, der die Natur zu zähmen weiss, indem er sie kultiviert. Somit ist er auch der Gott des bäuerlichen Lebens, aber nicht als braver Bauer, der sich im Schweiß seines Angesichts abmüht, sondern als jener, der die Früchte des Weinstocks und der menschlichen Arbeit zu genießen weiß.
Und was soll diese "andere Welt" bedeuten?
Die Verehrung des Dionysos führt in eine Welt, die nicht die unsere ist, die Welt des normalen Alltags, Beruf und Familie, Arbeit und Sorge, Sinn und Wert. Aber auch nicht in eine jenseitige Welt, in ein versprochenes Leben nach dem Tod, in dem alles besser wird. Auch nicht in ein vom Diesseits abgehobenes Dasein in geistigen Welten durch spezielle Übungen. Sondern schlicht un einfach in eine Welt, in der man sich gehen lassen kann, in der keine Gesetze und sozialen Normen den Menschen beschränken – in eine Welt des Karnevals, der Verkleidung, des hemmungslosen Feierns, Lustigseins, jenseits sozialer Rollen und Verengungen. Doch seine Feste sind nicht alltäglich, sondern ein gezieltes und geplantes Ausbrechen aus dem Alltag für wenige Tage oder Stunden, gerade lange genug, um Aufgestautes abzubauen, bevor sich die psychischen Schutzmechanismen wie Verdrängung oder gar psychische Krankheiten wie Depressionen im Individuum ausbreiten konnten.
Diese andere Welt ist ein Blick zurück in das goldene Zeitalter, in dem "die Welt noch in Ordnung war", ein Blick in eine sorgenfreie Welt, wie sie sich jeder manchmal wünscht, und dessen kurzzeitige Realisierung in dieser Welt machte sich Raum in den dionysischen Festen.
akesios - 10. Mai, 20:44
